Hände weg vom Predigerberg !

24. September 2013

Die aktuelle Diskussion um einen riesigen Architekturkomplex mit Tiefgarage, Hotel und Museum sind für das Lechviertel wie die Innenstadt gefährlich, warnt der OB-Kandidat der SPD, Dr. Stefan Kiefer: „Die Schüler der Berufsschule III sollen in der Innenstadt bleiben. Das ist die geltende Beschlusslage des Bildungsausschusses vom Juli diesen Jahres: Nicht nur die Kosten eines Neubaus sondern auch das Signal an die jungen Leute zählt in diesem Fall: Wir wollen Euch in der lebendigen Innenstadt am Predigerberg und an der Maxstraße!“

Im Bildungsauschuss, erläutert Stadträtin Ulrike Bahr, hatte die Verlagerung der „sozialen“ Berufsschule nach dem Vortrag von Bildungsreferent Hermann Köhler nicht den Hauch einer Chance: Ein Neubau der Berufsschule, an der unter anderem Kinder- und Sozialpflege unterrichtet wird, wäre mit 25 Mio. deutlich teurer als eine Sanierung mit bloß 1,9 Mio. „Selbst wenn wir die Berufsschule nach einem Verkauf der Immobilien Predigerberg 1 und Maxstraße 79 neu bauen könnten“, wundert sich Bahr, „wo bleiben dann die Millionen für einen Museumsneubau“?

Dr. Frank Mardaus, Ortsvereinsvorsitzender des Lechviertels und kulturpolitischer Sprecher, wundert sich über die Entstehungsbedingung der jetzt in der AZ veröffentlichten Architekturmodelle: „Warum der Stadtbaurat Merkle genau diese Vorgaben den Architekturstudenten gestellt hat, ist mir unverständlich; setzen diese in erster Linie die Vermarktbarkeit der Bildungseinrichtung samt angrenzender Grünflächen voraus.“

Für die Bewohner der Innenstadt wäre die Realisierung der Modelle eine städtebauliche Katastrophe, da der wertvolle Baumbestand von über 40 alten Bäumen, darunter Robinien, Eschen, Trauerweiden, Spitzahorn und Kirschlorbeer dem Profit zum Opfer fielen. Dr. Mardaus ergänzt: „Natürlich standen am Predigerberg und am Vorderen Lech vor dem Krieg Gebäude, doch das Lechviertel hat sich vor allem deshalb so gut entwickelt, weil nicht alles wieder zugebaut wurde - man denke zum Beispiel an den wunderschönen Holbeinplatz.“

Dr. Stefan Kiefer äußert sein Unverständnis, warum die Diskussion über ein neues römisches Museum ausgerechnet zu Lasten von Bildung und Umwelt gehen muss und fragt: „Was heißt es denn, dass die CSU mittel- und langfristig für die Römer am Pfannenstiel ist? Sollen wir jetzt ein Museum am Predigerberg bauen und in fünf Jahren noch eines am Pfannenstiel?“ Nur wenn alle Optionen in einer breiten Diskussion gewürdigt werden, kann über die Situation am Predigerberg abschließend entschieden werden. „So war es eigentlich im Stadtrat beschlossen, aber einzelne Mitglieder der Stadtregierung kochen hier offensichtlich schon wieder ihr eigenes Süppchen,“ so Kiefer abschließend.

Die SPD tritt ein für eine Präsentation des römischen Erbes am Pfannenstiel ein: Zum einen weil dort die Römer wirklich lebten, und zum anderen, weil dadurch eine große Parkanlage für die Stadtbevölkerung entstehen würde. Dazu sollten nicht nur Modelle vom Predigerberg sondern auch die Modelle vom Pfannenstiel von 2003 veröffentlicht werden.

Die SPD lädt ein:
Mittwoch, den 9.10.2013 zur Podiumsdiskussion zum Thema Pfannenstiel, Im Zeughaus um 19.30h, mit dem Direktor des Archäologischen Parks in Xanten, Herrn Dr. Norbert Zieling, dem Landeskonservator Prof. Dr. Sommer und Frau Prof. Dr. Susanne Popp, Didaktik der Geschichte an der Universität Augsburg.

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