St.-Jakobs-Stift als 1. Inklusionszentrum Augsburg

Antrag:
1. Im Rahmen des Umbaus und der Sanierung des St.-Jakobs-Stiftes wird die Verwaltung beauftragt ein Konzept für ein „Inklusionszentrum Augsburg“ unter folgenden Aspekten zu erarbeiten: 

  • Beibehaltung des „Wohnprojektes Senioren und Studenten – Tür an Tür“ (Oberer Graben 4) und des
  • „Betreuten Wohnens“ (Oberer Graben 8)
  • Nutzung der Gebäudeeinheiten für unterschiedliche Wohnzwecke, z.B. als Sozialhotel, für Frauen als Übergangseinrichtung nach dem Frauenhaus, als Asyl für Flüchtlinge mit Kinder, kleine Wohneinheiten für Menschen mit Behinderung, Mehr-Generationen-Wohnen, Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte
  • Ein Verwaltungsgebäude in dem verschiedene Institutionen vereint werden können (z.B. Mehr-Generationen-Treff, allgemeiner sozialer Dienst, Fachberatungsstellen, Alzheimer-Gesellschaft, Verwaltungseinheiten der Stadt Augsburg)
  1. In Abstimmung mit der Stiftungsverwaltung, ist die Satzung der Paritätischen St. Jakobs-Stiftung zeitgemäßen Erfordernissen anzupassen.

  2. Dazu soll die Sozialplanung, ein Konzept erarbeiten und den Jugend-, Sozial- und Wohnungsausschuss in regelmäßigen Abständen informieren. Das Konzept soll binnen eines Jahres dem Ausschuss zur Entscheidung vorgelegt werden.

Begründung:
„Du gehörst dazu“ anstelle von „Du darfst mitmachen“, ist das Motto einer inklusiven Gesellschaft. Inklusion meint, dass alle Menschen, gleich welchen Alters, welcher Herkunft und unabhängig davon, welcher körperlichen, geistigen oder psychischen Handicaps sie haben mögen, ein uneingeschränktes Recht auf Teilhabe und das Zusammenleben in der Gemeinschaft mit anderen Menschen haben. Aus diesem Grund verfolgen wir das Ziel, eine Stadtgesellschaft aufzubauen, in der jeder Mensch mit seinen Besonderheiten ein selbstbestimmtes Leben führen, seinen individuellen Platz finden und ungehindert am Alltagsleben teilnehmen kann. Alle Menschen sind mit ihren besonderen Ressourcen wertvoll für die Gemeinschaft, Defizite stehen nicht im Vordergrund.

Der Gründungsgedanke der „paritätische“ St. Jakobsstiftung, galt der Sorge für „fromme Pilger“. Die Geschichte der Stiftung belegt, dass die Zweckbindung der Stiftung sich dem Zeitgeist kontinuierlich anpassen musste, damit die Stiftung eine „Überlebenschance“ hatte.

Die letzte Anpassung der Stiftungssatzung erfolgte 2005. In diesem Sinn wurde der Stiftungszweck in den letzten Jahren im Wesentlichen als „vollstationäre Einrichtung der Altenhilfe“ aber auch als gemeinsame Wohnform von Studenten und Senioren vollzogen. Um den Anforderungen und Entwicklungen im Sozialbereich gerecht zu werden, steht es in der Verantwortung der Stadt Augsburg die Liegenschaft einer neuen, nachhaltigen Verwendung zuzuführen.